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Die Beratung, das Coachen und auch die Mediation berufen sich in meiner Arbeit auf die psychotherapeutischen Ansätze nach Viktor Emil Frankl und sind daher zukunftsorientiert, lebensbejahend und auf das Gelingende und den Sinn hin ausgerichtet.
Was versteht man unter Logotherapie bzw. Logopädagogik?

Logotherapie und Logopädagogik

Viktor Emil Frankl begründete die Logotherapie und Existenzanalyse als einen eigenständigen psychotherapeutischen Ansatz und nimmt besonders die geistige Dimension des Menschen in den Blick. Weiters betrachtet er das Streben jedes einzelnen nach Sinn im Leben als dessen primäre Motivationskraft. Der Sinn ist der zentrale Begriff der Logotherapie. Sie bemüht sich neben der Bewusstmachung von Seelischem vor allem um die Bewusstmachung von Geistigem. In der Existenzanalyse geht es um das Verantwortlichsein jedes Menschen gegenüber einem Sinn. Zusammengefasst versteht man unter Logotherapie eine nonderterministische (nicht vorbestimmte), sinnzentrierte Psychotherapie, der eine positive Lebensphilosophie, welche das Leben im Grund bedingungslos bejaht, zu Grunde liegt.

Viktor E. Frankl studierte Medizin und Philosophie und wirkte als Arzt und Therapeut. Er lebte von 1905 bis 1997 in Wien, hatte Kontakt zu Sigmund Freud und war über lange Zeit ein Schüler von Alfred Adler. Er war der Begründer der dritten Wiener Schule der Psychotherapie und verwendete erstmals den Begriff  Logotherapie  im Jahr 1926. Sein größtes Anliegen war es, die Menschen bei der Suche nach dem Sinn des Lebens zu unterstützen und ihnen bei der Überwindung des Sinnlosigkeitsgefühls, der „existenziellen Frustration“ (Frankl  2005: 24) oder des „existenziellen Vakuums“ (Frankl 2005: 13), zu helfen. Eine ausführliche Biographie ist im Buch „Viktor Frankl, Wien IX. Erlebnisse und Begegnungen in der Mariannengasse 1“ nachzulesen (Frankl et al. 2005). 

In der Folge wurde, von einem Team rund um Johanna Schechner und Heidemarie Zürner, der Versuch angestellt, die Logotherapie in die Pädagogik zu übertragen, weil dieser Ansatz für die menschliche Existenz, sowohl im medizinischen als auch im pädagogischen Bereich enorm wichtig ist und somit für die Schule zu adaptieren wäre. Es wurden die logotherapeutischen Thesen Frankls nachempfunden und darauf aufbauend entstanden zehn logopädagogische Thesen, welche sowohl in deren Zuordnung als auch mit deren Nummerierung Übereinstimmungen aufweisen.

Der Umgang mit Ängsten, Leid und Sorgen in der Logotherapie und Logopädagogik

Jeder Mensch ist grundsätzlich sowohl frei als auch abhängig. Abhängig von seinen Dispositionen, seiner Familie, den Lehrpersonen uvm. Frei für die sinnvolle Gestaltung seines Lebens, frei zur Stellungnahme zu seinen Bedingtheiten usw. Diese Herausforderungen bereiten oftmals Ängste und auch Sorgen, da diese Abhängigkeiten manchmal den Menschen lähmen und gestaltungsunfähig machen. Erst der Blick auf sogenannte Restfreiheiten eröffnen neue Perspektiven. Diese sind im Speziellen den jungen Menschen jedoch oft fremd. Sie sehen unter Freiheit das Fehlen von Grenzen, um daraus einen eigenen Vorteil zu ziehen, obwohl diese Art des Denkens nicht auf den Sinn ausgerichtet ist.

Wer diese geistige Freiheit leugnet, übersieht den sehr bedeutenden Freiraum und fühlt sich vollkommen fremdbestimmt. Das Gefühl der Ausgeliefertheit stammt noch aus der Zeit des Naturalismus des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Lukas schreibt dazu: „Sie (die Menschen: Anm. d. Verf.) verstanden sich als „programmiert“ von automatisch gespeicherten Einflüssen gesteuert.“ (Lukas 2006: 26) Fühlt sich der Mensch vollkommen fremdbestimmt, dann hemmt dies sein Verantwortungsbewusstsein.
Daraus lässt sich ableiten, dass Freiheit in sehr enger Verbindung mit Verantwortung steht, da man in Freiheit sein Leben gestalten kann und folglich verantworten muss. 

Unter logotherapeutischem und logopädagogischem Blickwinkel versteht man unter der Gegenwart keine Zeiteinheit, sondern einen Verfügungszeitraum. Der Zeitraum der Vergangenheit ist vorbei und gehört in den schicksalhaften Bereich. Die Zukunft hingegen ist noch ungewiss. In der Gegenwart, also im Hier und Jetzt kann man agieren und etwas verwirklichen. Laut Frankl ist es um jede Sekunde schade, welche man im schicksalhaften Bereich verbringt, da man diesen Bereich nicht mehr zu ändern im Stande ist. Dies sollte für alle ermutigend sein, denn dadurch kann man Ängsten und Sorgen anders begegnen und sich der Zukunft zuwenden.

Zentrale Fragen der Logotherapie und Logopädagogik

  • Sinn – Sinnlosigkeit?
  • Geist – Geistigkeit – noetische Dimension
  • Selbstdistanzierung
  • Trotzmacht des Geistes
  • Verantwortung – Verantwortlichsein – Verantwortlichkeit
  • Treffen von Entscheidungen
  • Erkennen von Restfreiheiten
  • Gemeinsames Suchen nach Zielen und nach sinnvollen Aufgaben und Herausforderungen

 

 

 


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